Spielwarenmesse Nürnberg 2016 – Teil 4

Was es sonst noch (alles) gab …

Offen für Alle oder streng geheim, das waren wohl die beiden Alternativen bei der Standgestaltung einzelner Verlage. Ein Großteil bewegte sich jedoch zwischen den beiden Extremen Gestaltungsvarianten. Klar, es war keine Publikumsmesse, sondern eine Fachmesse. Warum dann seine Spiele (Produkte) verstecken? – gute Frage. Das war schon eine sehr merkwürdige Geschichte, die ich nicht so verstanden habe. Ich habe neue Produkte, möchte diese auf einer Messe präsentieren und mache dann ein Geheimnis daraus!? – naja, für solch merkwürdige Ideen gibt es hoch bezahlte Agenturen und Marketingabteilungen. Und, ist eine Idee teuer, ist sie gut. Das kennen wir doch aus der Politik, oder? Egal, bevor ich jetzt komplett abschweife, komme ich lieber wieder zurück zu dem, was uns interessiert. Zu den neuen Spielen, die ich gesehen habe.

Drei Hasen in der Abendsonne

Kleiner Verlag, tolle Spiele, sehr nette Menschen. Es gibt echt wenig Verlage, bei denen man so herzlich empfangen wird. Neben dem derzeitigen Krachen „Die fiesen 7“ von Jacques Zeimet, präsentierten die Hasen ihr neues Spiel „Gauner raus“. Ein bisschen erinnert das Spiel an eine Mischung aus „Minesweeper“ und „Schiffe versenken“. OK, der Vergleich hört sich extrem merkwürdig an, aber das war das Erste das mir als Assoziation in den Sinn kam. Es geht darum, in einem fiktiven Gebäude mit 36 Räumen (6×6 Felder) Bösewichte zu finden, um sie zu verhaften, und aus dem Gebäude zu bringen. Sprich, wir versuchen, unseren Mitspielern Karten abzunehmen, die wir durch scharfes Nachdenken und Kombinieren ermitteln. Als Haupthilfsmittel benutzt man ein Blatt, auf dem die 36 Räume mittels 6×6-Tabelle abgebildet sind. Wie gesagt, „Schiffe versenken“, aber ohne Zufallstreffer, sondern durch Kombinatorik ermittelt. Obwohl Zufallstreffer auch hier vorkommen können. Grundsätzlich hat mir das kleine Spielchen aber recht gut gefallen. Aber nicht nur wegen der positiven Atmosphäre auf dem Messestand.

Pegasus

Der Verlag, der früher eher etwas für Freaks und Kenner war, entwickelt sich mehr und mehr zu einem Genre-Übergreifenden Anbieter für Spiele aller Art. Dies auch nicht zuletzt durch den Einstieg in den Kinderspiel-Sektor. Hier konnte durch die Neuauflage einiger Selecta-Kinderspiele ein neues Segment im Verlagsprogramm etabliert werden. Aber auch im Bereich Familienspiele, Kennerspiele und den sogenannten Expertenspielen hat Pegasus immer etwas zu bieten. Letzteres ist sicherlich auch der Partnerschaft mit der Ideenschmiede Eggertspiele geschuldet. Die Norddeutschen konnten zuletzt mit „Mombasa“ für Aufsehen in der Szene sorgen. Ein Spiel, das auch mich völlig überzeugt und in seinen Bann gezogen hat. Bei so einem großen Programm möchte ich aber nicht auf alles im Detail eingehen, sondern habe mir ein paar persönliche Highlights rausgepickt.

Neu bei Pegasus ist die Reihe „Unterwegs“. Hier werden bekannte Titel nochmals abgespeckt und in noch kleinere Schachteln gepackt, um diese „unterwegs“ zu spielen. Hmm, bisher konnte ich „Port Royal“ auch schon mitnehmen. Warum jetzt noch kleiner und abgespeckt? Apropos klein, da „Glück auf“ nicht mehr im Vertriebsprogramm auftaucht, kommt jetzt „Glück auf – das große Kartenspiel“. Ebenfalls als Kartenspiel kommt „Camel Up Cards“ oder „Amel Cup“ oder „Camel Cup“, auch ein eigenständiges Spiel für unterwegs, in Anlehnung an den großen Bruder „Camel Up“. Bei den Familienspielen dreht sich alles um den sagenumwobenen Schneemenschen Yeti im Himalaja. Im gleichnamigen Spiel mit 3-D-Spielplan geht es um die Jagd nach dem Schneemenschen. Einfache Regeln und tolle Gestaltung versprechen hier ein schönes Spielerlebnis auf angenehmem Niveau mit viel Spaß. Bleiben wir gleich bei den Spaß-Spielen. Hier werden wir dieses Jahr noch auf „Dr. Eureka“ treffen. Das Geschicklichkeitsspiel von Roberto Fraga (Kinderspiel des Jahres 2015, Spinderella) verspricht sehr viel Spaß. Für mich zwar eher ein Party-Spiel als ein Familien-Spiel, aber auf jeden Fall eine sehr witzige Idee. Ich habe in Nürnberg meinem Blogger-Kollegen Jens mal kurz über die Schulter geschaut, bei seinem Versuch, die bunten Kugeln zu sortieren. Danke Jens, hast dich redlich bemüht.

Pegasus hat echt viel und vor allem auch viel Neues. Ich habe mir neben den genannten Spielen auch die anderen Neuheiten zeigen lassen. Dazu aber bei Gelegenheit mehr. Tipp: Zukünftig lohnt auf jeden Fall der regelmäßige Blick auf das Pegasus-Programm, da hier wirklich für jeden Geschmack etwas zu finden ist.

Queen Games

Als ich vorbei kam, waren zwei Standmitarbeiter damit beschäftigt, sich gelangweilt auf ihren Stehtisch zu lehnen und auf ihren Smartphones herumzudrücken. Einen kurzen Blick zu mir hatten sie übrig, mehr nicht. Da wollte ich auch nicht weiter stören … und kann deshalb auch nichts (positives) berichten … schade … deshalb ging es weiter zu meiner nächsten Station …

Asmodee

„Dobble“ in zig (Lizenz-) Varianten, ein paar Kinderspiele und dieses „Zombicide“ beziehungsweise “Mage Knights”, mit denen ich persönlich gar nichts anfangen kann. Ansonsten gab es aber nicht viel Neues zu sehen. „Time-Stories“ bekommt nochmals Erweiterungen (insgesamt 6 bis November 2016 sind geplant). „Quoridor“ und „Quarto“ vom Partner „Gigamic“ werden in einer neuen Optik und Ausstattung vorgestellt, was sehr beeindruckend und hochwertig aussieht. Aufgefallen bei Asmodee ist mir „Troyes“ (Pearl-Games). Zwar nicht neu, aber jetzt als Neuauflage wieder verfügbar, was angesichts der Netz-Preise von zeitweise über 100 Euro, manchen Fan freuen wird. Partner „Days of Wonder“ präsentierte nach „Five Tribes“ und dessen Erweiterung 2016 auch wieder etwas Neues: „Quadropolis“. Hier fallen auf den ersten Blick besonders die Spielfiguren aus Acryl positiv auf. Die kleinen blauen Acryl-Meeples sehen echt verdammt gut aus, obwohl ich bekennender Holz-Figuren-Fan bin. Das Spiel selbst, erinnert mich an früher, als ich auf meinem 486-DX2/66 gerne „Sim City“ gespielt habe. Ich freu mich schon auf die ersten Partien.