Spielwarenmesse Nürnberg 2016 – Teil 5

Schluss, Aus, Ende, … Moment, da war noch …

… eine nette junge Dame, die mir die neuen Spiele aus dem Hause Amigo vorstellte und eine sehr lustige Begebenheit am Stand von Schmidtspiele. Alles in allem hatte ich viele Gelegenheiten zu Meetings und Gesprächen, musste allerdings am Sonntag bereits um 12:00 Uhr die Rückreise antreten. Ja, der Handball-Fan wollte rechtzeitig zum EM Finale wieder gemütlich auf seinem Sofa im Kreise seiner Liebsten sitzen.

Nur eine Frage blieb nach 2 Tagen Messe Nürnberg offen: Komme ich 2017 wieder? – Mal sehen…

Jetzt aber zu dem was interessiert.

Amigo

Die Dietzenbacher hatten so einiges im Gepäck. Meist kleine, aber durchaus sehenswerte Spiele. Da war zum Einen „DAO“, ein schönes knackiges Kartenspiel, bei dem man nicht nur versucht, punkteträchtige Karten zu sammeln, sondern auch immer wieder Karten nehmen muss, die man eigentlich gar nicht will. Glück und Kaltschnäuzigkeit in einer gesunden Mischung machen „DAO“ zu einem kurzweiligen Zockerspielchen. Gleich daneben, mein „Must-have 2016“ ein neues Partyspiel. „Schnapp den Sack“, eigentlich ein Reaktionsspiel, bei dem Karten aufgedeckt werden und, wenn eine bestimmte Anzahl gleicher Symbole offen liegen, ein hübscher kleiner Stoffsack geschnappt werden muss. Erinnert ein bisschen an „Jungle Speed“, aber hier ist der Name des Spiels mehr als nur Programm für mich. Wie gesagt, „Schnapp den Sack“ ist mein Highlight, mein Must-have 2016.

Für die Kleinen gab’s „Flori Vielfraß“ ein sehr schönes Kinderspiel ab 4 Jahren, und „Bauboom“, ab 5 Jahren. Bei „Bauboom„ müssen wir Ameisen helfen, Baumaterial für den Ameisenhügel heranzuschaffen. Das schöne bei diesem Spiel, sind die zwei Schwierigkeitsgrade, die es ermöglichen, dass Kinder und Erwachsene zusammen spielen können. Erwachsene nehmen die schwere Variante, Kinder die einfache. So ist Chancengleichheit gewährleistet. Eine sehr schöne Idee. „Flori Vielfraß“ hingegen ist eine Art Wettrennen. Wem es zuerst gelingt, das sich seine Raupe bis zur Ziellinie durchmampft, gewinnt. Wenig Material, sehr haptisch und ansprechend umgesetzt. Da haben die Kleinen sicher Spaß.

Schmidtspiele

„Zock ‚n‘ Roll“ – was ein Titel. Auf den ersten Blick kam bei mir allerdings Ernüchterung. Klischee: Wie Kniffel! Gäähn!
Aber ich habe mich getäuscht. Es ist eine Mischung aus „Kniffel“ und „Texas hold’em“ (Poker). So könnte man das Würfelspiel grob umschreiben. Und, es ist ein echtes Zockerspiel für gesellige Runden. Statt der beiden verdeckten Karten hat jeder Spieler einen Würfelbecher (ohne Boden) in den er seine beiden „Hand-Würfel“ wirft. Dann werden noch allgemeine Würfel ins Spiel gebracht, und reihum wird geschaut, ob man zusammen mit seinen „Hand-Würfel“ schon eine gute Kombination hat. Bluffen, direkt punkten oder aussteigen, das ist ein echtes Zockerspiel, das macht Spaß! – Bei der Präsentation dieses Spiels hatte ich nebenbei noch einen ganz besonderen Spaß. Als ich das Spiel ausprobieren wollte, waren wir nur zu zweit. Der nette Willi, der das Spiel erklärte und ich. Also hat der Willi gleich mal zwei Damen die vorbeigehen wollten angesprochen und zum Mitspielen eingeladen. Schwupps, waren wir zu viert. Während der Erklärung nahm eine der Damen den „Würfelbecher“, der ja keinen Boden hat, schaute ihn an, schaute nach oben hindurch, und stellte ganz erstaunt fest.“Das ist ja lustig, ist das ein Patent?“, worauf der Willi völlig trocken meinte: „nein. Ein Loch!“ – ich hab mich weggeschmissen! Doch mit diesem trockenen Kommentar gelang es dem Willi, eine positive Stimmung für die Probepartie „Zock ‚n‘ Roll“ zu verbreiten und wir hatten entsprechend Spaß beim Zocken.

Ravensburger

Bereits in Essen 2015 hatte Ravensburger einen fertigen Prototyp von „Legends“ dabei um ihn vorzustellen. Jetzt, in Nürnberg, war das Spiel also bereit für den Markt. Angeschaut hab ich mir es dann natürlich auch, da mir die Vorabinfos in Essen gefallen hatten. Doch leider wurde ich enttäuscht. Das Spiel konnte mich absolut nicht überzeugen. Es erinnerte mich an ein einfaches Lauf- und Sammelspiel. Keine Spannungssteigerung, kein Spannungsbogen, nichts. Auch kam mir die ganze Sache recht glückslastig vor. Eigentlich schade, denn grafische Aufmachung und Story hätten hier sicherlich mehr hergegeben.

Igelspiele

Zu guter Letzt war ich dann noch bei Oliver Igelhaut, der mit „Igelspiele“ seinen eigenen Kleinverlag betreibt. Im Gepäck hatte er „Mein Schatz“. Ein kleines, feines Kartenspiel bei dem Sammelwut und Spielmut eine große Rolle spielen. Eigentlich als Kinderspiel gedacht, konnte es nach der Messe bei unseren Spieleabenden aber auch als Aufwärmer oder Absacker in Erwachsenen-Runden punkten. Eine kurzweilige Zockerei, in der mehr steckt als auf den ersten Blick zu erwarten ist.

So, das war’s. Den nächsten Messebericht gibt’s dann wieder im Herbst, wenn die SPIEL’16 endlich wieder ihre Pforten öffnet. Bis dahin, viel Spaß beim Kommentieren.

Mit verspielten Grüßen

Euer Spielevater Oli

P.S.: Spielt was Schönes …